Abstract
Es ist kaum zweifelhaft, dass künftige historische Rückblicke die Entwicklung affekt-sensibler und affekt-responsiver Technologien als einen logischen, wenn nicht gar notwendigen Schritt auf dem Epoche machenden Weg der Digitalisierung betrachten werden. Der Einsatz dieser Entwicklung zur Mitte der 1990er Jahre ist gewiss ebenso wenig ein Zufall. Kaum hatte die Neurowissenschaft die fundamentale Bedeutung der Emotionen für kognitive Prozesse bestätigt; kaum hatte die Populärwissenschaft mit erheblichen Folgen für das Privat- wie auch das Berufsleben die Entwicklung und Übung emotionaler Intelligenz beworben; als am MIT auch schon eine Forschungsgruppe eingerichtet wurde, die sich seither mit der Frage beschäftigt, wie man künstliche emotionale Intelligenz erreichen und für den Alltagsgebrauch implementieren kann. Überraschen wird künftig allenfalls, wie sehr dieser eigentlich logische Schritt von der Initiative einer einzelnen Forscherin abhängig gewesen sein soll, die der neuen Disziplin den bleibenden Namen gab.